Kunstgeschichte: Ton-in-Ton-Malerei

Ton-in-Ton-Malerei

Die Ton-in-Ton-Malerei ist eine einzigartige Kunstform, die sich durch ihre besondere Farbgebung und Technik auszeichnet. Diese Kunstform entstand in der späten Epoche des 19. Jahrhunderts und stellt eine bedeutende Errungenschaft in der Welt der Flächenmalerei dar. In diesem Artikel werden wir uns auf die detaillierte Untersuchung dieser Kunstform konzentrieren, ihre Geschichte, ihre prominenten Praktiker und die spezifischen Techniken, die sie einzigartig machen.

1. Anfänge der Ton-in-Ton-Malerei

Die Ton-in-Ton-Malerei wurde zunächst in Frankreich eingeführt, bevor sie auch von Künstlern in Deutschland und anderen östlichen Ländern adaptiert wurde.

1.1 Louis Anquetins Beiträge

Einer der ersten prominenten Anwender dieser Technik war der französische Künstler Louis Anquetin. Aber obwohl seine Arbeiten schnell an Popularität gewannen, bleibt Anquetin bis heute ein relativ unbekannter Name in der Kunstgeschichte. Seine Beiträge zur Flächenmalerei und insbesondere zur Ton-in-Ton-Malerei waren jedoch von großer Bedeutung und beeinflussten zahlreiche spätere Künstler.

1.2 Anquetins Einflüsse

Anquetin wurde unter anderem von der japanischen Holzschnittkunst beeinflusst und wendete sich von den traditionellen Techniken des Impressionismus und Pointillismus ab. Stattdessen suchte er nach neuen Ausdrucksmöglichkeiten in der Malerei und experimentierte mit verschiedenen Techniken und Stilen.

Seine Experimente führten zur Entwicklung der Ton-in-Ton-Malerei, bei der alle Farbtöne einer Dominante untergeordnet werden. Diese Technik ermöglichte es ihm, eine einheitliche Gesamtstimmung in seinen Werken zu erzeugen und gleichzeitig die Nuancen einzelner Farben hervorzuheben.

2. Die Verbreitung und Akzeptanz der Ton-in-Ton-Malerei

Die Ton-in-Ton-Malerei fand schnell Anerkennung unter den Künstlern der damaligen Zeit. Künstler wie van Gogh und Bernard übernahmen Anquetins neue Technik und integrierten sie in ihre eigenen Werke.

2.1 Die Nabis und die Ton-in-Ton-Malerei

Die Nabis, eine Gruppe von Künstlern, die Anfang des 20. Jahrhunderts in Frankreich aktiv waren, waren ebenfalls von Anquetins Arbeit beeindruckt und übernahmen seinen Malstil. Unter ihnen waren Künstler wie Pierre Bonnard, Maurice Denis und Paul Ranson, die alle die Ton-in-Ton-Malerei in ihren Werken einsetzten.

2.2 Die Neue Künstlervereinigung München

Auch in Deutschland fand die Ton-in-Ton-Malerei Anerkennung. Die Neue Künstlervereinigung München zeigte großes Interesse an den Kunstimporten aus Frankreich und integrierte die Technik der Ton-in-Ton-Malerei in ihre eigenen Werke.

3. Techniken der Ton-in-Ton-Malerei

Die Techniken, die in der Ton-in-Ton-Malerei verwendet werden, variieren von Künstler zu Künstler. Einige der gängigsten Techniken umfassen jedoch das Auftragen mehrerer Schichten von Farbe, die Verwendung von Komplementärfarben und die Schaffung von Hell-Dunkel-Kontrasten.

3.1 Grundierung

Die Grundlage aller Ton-in-Ton-Ölmaltechniken ist ein sogenannter Bolusgrund - eine erd- oder tonfarbene Unterlage. Auf diese wird zunächst eine grobe Zeichnung des Gemäldes aufgetragen und getrocknet.

3.2 Weißhöhung

Nach dem Trocknen der Zeichnung erfolgt die direkte Weißhöhung mittels Eitempera in eingetöntem Weiß. Dieser Schritt ermöglicht es dem Künstler, die grundlegenden Farbtendenzen der lokal eingesetzten Farben durch Untermischen zu bestimmen.

3.3 Auftragen weiterer Schichten

Nach der Weißhöhung werden weitere Schichten aufgetragen, bis das Werk vollendet ist. Diese können Zwischenfirnisse im Farbton des Bolusgrundes ebenso wie Korrekturschichten umfassen.

4. Die moderne Ton-in-Ton-Malerei

In der modernen Kunst ist die Ton-in-Ton-Malerei weiterhin eine beliebte Technik. Künstler wie Pablo Picasso haben sie in ihren Werken genutzt, insbesondere während seiner rosa und blauen Periode.

5. Schlussfolgerung

Die Ton-in-Ton-Malerei ist eine einzigartige und faszinierende Kunstform, die sich durch ihren Einsatz von Farbe und ihre spezifischen Techniken auszeichnet. Obwohl sie in der Kunstgeschichte oft übersehen wird, hat sie einen tiefgreifenden Einfluss auf die Entwicklung der Malerei gehabt und wird weiterhin von Künstlern auf der ganzen Welt genutzt.



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